Oldtimer fliegen auf der Wasserkuppe

Am vergangenen Wochenende begaben sich drei Piloten des LSV’s auf die Wasserkuppe im Rhöngebirge. Dort fand das alljährliche „SG38-Fliegen“ statt, welches von der Luftsportjugend NRW für Jugendliche aus dem gesamten Bundesland organisiert wird.

 

Die Wasserkuppe, auch als „Berg der Flieger“ bekannt, steht für den Ursprung des Segelflugs. Hier fanden bereits im Jahr 1910 erste Flugversuche statt. Der Schulgleiter SG38 war in den 1940er Jahren das meistgenutzte Segelflugzeug, das für die Ausbildung junger Piloten genutzt wurde. Gestartet wird das Flugzeug per Gummiseil mit reiner Muskelkraft. Sinn und Zweck dieses Events war es die Zeit einmal zurück zu drehen und die Fliegerei in ihren Anfängen mit allen Regeln und Praktiken nach zu empfinden.

 

Begrüßt wurden wir von einem kleinen Team des Oldtimer Segelflug Clubs Samstagmorgen pünktlich um 9 Uhr. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung zum Flugzeug und Flugplatz wurde das Fluggerät – wie man es früher wahrscheinlich nicht anders gemacht hätte – mit einem Oldtimer Deutz Traktor zu dem Übungshang auf dem Flugplatz gezogen. Dann ging es auch schon los. Das Gummiseil wurde v-förmig vor dem Flugzeug von einer 12-köpfigen Mannschaft auf Spannung gebracht, während die 4-köpfige Haltemannschaft das Flugzeug mit aller Kraft festhielt bis genug Spannung erreicht war. Auf das Kommando „Los“ wurden die Halteseile fallen gelassen und das Flugzeug schoss den Hang hinunter. Die sage und schreibe geschätzten 4-5 Metern Ausklinkhöhe und ca. 17 Sekunden Flugzeit waren natürlich ein relativ kurzes Unterfangen. Dennoch war das Grinsen bei den meisten Piloten nach den ersten Starts nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. So kamen insgesamt über 60 Gummiseilstarts an dem Wochenende zusammen. Luftsport konnte bei diesem Event wirklich einmal wörtlich verstanden werden! Nach einem Besuch des Segelflugmuseums inklusive Führung traten wir am Sonntagnachmittag mit vielen schönen Eindrücken völlig erschöpft die Heimreise an. Ganz schön anstrengend war die Fliegerei damals!

Text: Julian Toussaint