Schnupperfliegen 2019 auf den 25./26.5 verschoben

Es ist wieder soweit! Am Wochenende des 25.5 und 26.5 findet unser diesjähriges Schnupperfliegen statt.

Das Schnupperfliegen ist ein einmaliges Angebot an Flugbegeisterte und Segelfluginteressierte unseren Verein, die Ausbildung und das Bergische von Oben kennenzulernen. Dabei werdet ihr viel über das Flugzeug und unseren einmaligen Segelflugplatz “auf dem Holzer Kopf” erfahren, ob im Gespräch mit Piloten und Flugschülern bei Kaffee und Kuchen oder bei einem Flug mit Fluglehrer. Bei diesem Flug werdet ihr auf dem Pilotensitz sitzen und einmal selber das Steuer übernehmen. Die Plätze sind begrenzt und da die Teilnahme nur 15,-kostet sind diese auch immer rasend schnell weg. Deswegen bitte umgehend melden solltet ihr ernsthaftes Interesse haben unseren Sport kennen zu lernen! Wie? Am besten über eine formlose Mail mit eurem Wunschdatum (Samstag oder Sonntags, vormittags oder nachmittags) an info@lsv-lindlar.de oder über eine Privatnachricht an unsere Facebook-Seite. Weitere Informationen bezüglich des Organisatorischen werden dann folgen.

Wir freuen uns auf euch!

Einen Bericht der Rundschau über das Schnupperflugwochenende könnt ihr hier nachlesen.

Wir fliegen wieder

In Lindlar geht es endlich wieder los! Wir freuen uns auf eine erfolgreiche und sichere Flugsaison 2019. Nach einer langen und umfangreichen Wartung an den Flugzeugen, den Fahrzeugen und der Winde konnten wir jetzt endlich all unsere Flieger aufrüsten und ohne Beanstandungen durch die Jahresnachprüfung bringen. Der Flugplatz auf dem Holzer Kopf ist auch mittlerweile wieder abgetrocknet und schon gemäht, vielen schönen Flügen (auch auf der neulackierten ASK21) steht also nichts mehr im Weg. 

Abgeholt & Aufgerüstet – Reisebericht No.2

Wir haben unsere ASK 21 zurückgeholt und aufgerüstet – und wie sie aussieht! Möglich gemacht durch eure Spenden. Lackiert wurde der Flieger in der Slowakei, eine ziemliche Strecke welche schon auf der Hinfahrt von einem Reisebericht begleitet wurde. Diese Tradition wollten wir nicht brechen! Viel Spaß beim Lesen.

11:30 Uhr Abfahrt in Groß-Eygen. Unser Ziel: Slowakei, die frischlackierte ASK21 muss zurück. Burkhardt berichtete über die gemeinsame Fahrt mit Lenny in einem ausführlichen und amüsanten Reisebericht. Die Messlatte liegt hoch, wir (das sind Max, Axel und ich, Simon) akzeptieren die Herausforderung. Alles wollen wir anders machen, bei der guten Vorbereitung unserer Vorgänger angefangen. Also Türen zu, Navi an und los. Die Fahrt bleibt erstmal ohne besondere Vorkommnisse, hinter Würzburg wird über das Handy noch ein Hotel gebucht (Stichwort Vorbereitung) und Max verkauft übers Telefon weiter stolze Mengen Kies und Sand an die Kommunen und Baustellen der Republik. Durch tiefhängende Wolken kämpfen wir uns weiter gen Osten. In Rekordzeit sind wir an Nürnberg vorbei. Dann ein letzter Tankhalt mit Vignettenkauf vor der Grenze um kurz hinter dieser Axels Frikadellendose aufzureißen. Das Leben meint es gut mit uns! Während unsere Vorgänger den Trip als Bildungsurlaub verstanden haben werden wir von einer viel tiefersitzenden Motivation angetrieben: Wir wollen abends in Prievidza ein Bierchen zischen. Umso mehr freuen wir uns dann Pilsen zu erreichen. Wir sehen gleich einen Puchacz im F-Schlepp starten, ein Zeichen des Himmels. 

Mit Einbruch der Dunkelheit legen die Fahrer um uns auch die Verkehrsregeln ab. LKW-Fahrer treiben mit dem Pedal am Bodenblech ihre Ladung durch die Serpentinen und überholen PKWs. Auch wir mogeln uns an einem ukrainischen Sprinter, welcher in Schlangenlinien die Straße abfährt, vorbei und verwirren durch einen Straßenneubau unser Navi gewaltig. Irgendwann dann sind wir in der Slowakei und merken dies nur an dem neuen Handynetz und den Spritpreisen in Euros, dem Schengen-Raum sei es gedankt! Eine Vignette für dieses Land haben wir bürokratielos über das Handy organisiert. Um 22:15 erreichen wir dann unser Hotel in Prievidza um von einem glatzköpfigen Sympathieträger empfangen zu werden. Nach einem kurzen Telefongespräch mit der Chefin versichert man uns dass keine Gastronomie oder Imbiss mehr auf hat. Nach dem CheckIn in unserem geräumigen und preiswerten Zimmer versuchen wir es dank Google Maps trotzdem. Nach kurzem Spaziergang durch das Stadtzentrum reift die Erkenntnis dass die Chefin sich gegen den Global Player durchsetzt. Also ab in den Pub welchen wir auf dem Hinweg gesehen haben, bei diesem sollten wir dann sogar noch einen Burger mit Fritten finden. Bei drei Humpen lokalen Topvar beobachten wir das Balzverhalten der Ortsansässigen und lassen den Abend ausklinken. Kosten soll uns das Ganze pro Person inklusive Essen unter 10€. Schlafen kann man nach so einem langen Tag trotz des sonoren Schnarchens der Altjugend hervorragend. 

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und sind um acht beim Frühstückstisch. Für einen Pauschalpreis von 4€ wird vom Kaffee mit Croissant über das Ei mit Speck bis hin zur Hühnerleber an Röstzwiebeln so viel geliefert wie man Essen kann. Ungläubig wie wir sind werden wir von Google belehrt das dass durchschnittliche Monatsbruttoeinkommen in der Slowakei ein Viertel von dem in Deutschland ist. Uff, das Weltbild wurde wieder eingenordet. Um 9:00 sind wir mit Ivan am Flugplatz verabredet. Dort angekommen werden wir von den Jungs mit offenen Armen empfangen. Schwer beeindruckt von der Lackierung und Inneneinrichtung (Golf GTI Polster ftw) checken wir den Rumpf und die Flächen auf Herz und Nieren. Nachdem wir alle drei diese für gut befunden haben verziehen wir uns in Ivans Büro und kümmern uns um den Papierkram welcher glücklicherweise auch vollständig ist. Also ein kurzer Anruf in die Heimat um Fabian das Go für die Überweisung zu geben. Während die Jungs unseren Flieger in den Hänger packen versuchen wir einen Adapter für den Hängerstecker zu organisieren, dieser hat nämlich ein paar Pole weniger als der Passat. Ein kleiner Schönheitsfehler in unserer Tour den Martin durch das freundliche Überlassen eines Adapters für uns korrigiert. Nochmal Schwein gehabt. 

Vor 11 Uhr gehts dann wieder zurück in die Heimat, mit Hänger unwesentlich langsamer. Der morgendliche Plan die 1000km weiter nach Osten zu fahren um in Kiev zu landen wurde für einen anderen Tag aufgehoben. Die Straßen sind bis auf holprige 10km makellos, das Meckern unserer Vorgänger wird somit schnell als westliche Überheblichkeit oder als französische Automobilingenieurskunst enttarnt. Schämen sollten die sich. Die hügelige Landschaft macht Laune, auf der Fahrt sehen wir genug Wild für ein Menschenleben, ein Bruchteil davon jedoch tot im Seitengraben. Einige Kilometer weiter wird der Ritt dann doch was holpriger. Wir sind uns einig dass unsere erhöhte Geschwindigkeit auf dem Hinweg die Straße für uns geebnet hatte und jetzt der Hänger das Ganze verschlimmert. Ich, als jemand der den Bericht während der Fahrt schreibt, entscheide mich dagegen den vorangegangenen Vorwurf an unsere Kameraden zurückzuziehen. Dafür bin ich viel zu stolz und es trifft schon die Richtigen 😉  Sobald die Tortur nach kurzer Zeit endet, beschäftigen wir uns wieder damit unseren Tempomat an das was der Hänger und der slowakische Bußgeldkatalog her geben anzupassen. Die Stimmung ist gut, bei bestem Wetter passieren wir Landesgrenzen und fressen Kilometer. Der Schnitt passt und die Straßen sind ungewöhnlich frei. Wir wechseln uns wieder als Fahrer nacheinander ab. Mittlerweile ist in Lindlar längst alles aufgerüstet und die Leute sind wieder zu Hause. Wir tanken nochmal voll und lassen uns von den Metaphern des Budesligakommentators des FCB-Dortmund-Spektakels belustigen. Man ist sich einig: Für die nächste Lackierung stehen wir wieder zur Verfügung. Problemlos passieren wir den Frankfurter Flughafen und bestaunen die Lichter der parallel anfliegenden Maschinen in der einbrechenden Dämmerung. Heute ist die A3 gnädig zu uns! Pockmo ruft an und erfragt den Stand der Dinge, das Gespräch entgleitet schnell und es werden Sprüche geklopft. Erheitert fahren wir weiter Richtung Köln um dann in Rösrath abzufahren. Wir bringen die 21 heute noch nicht zum Platz, sondern erst am nächsten Tag pünktlich zur Jahresnachprüfung. 

Um halb 11 kommen wir nach knapp über 12h Fahrzeit in Eigen an. Anders als unseren Vorgänger bleibt uns ein Empfangskomitee dank unserer heroischen Leistungen nicht verwehrt. Pockmo hat noch eine Gerstenschorle gekühlt – Kuss aufs Auge, Habibi! Wir lassen den Abend gemütlich ausklinken und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Die unfassbare Dankbarkeit und Demut des Vereins lastet auf unser aller Herzen, gern geschehen LSV! <3

 

Slowakei und zurück – Reisebericht

Auch dank eurer Spenden stand der Lackierung unseres Schulungsdoppelsitzers diesen Winter nix mehr im Weg. Danke dafür! Vergangenes Wochenende wurde das Flugzeug im Hänger von „Burky“ und Lennart in die Slowakei gefahren. Eine nicht unerhebliche Strecke von welcher im Folgenden von Burkhard amüsant berichtet wird.

 

Keiner von uns hat den Transport zu dieser Jahreszeit auf die leichte  Schulter genommen, und deshalb haben wir alle möglichen Informationen, nicht nur über das Wetter, sondern auch über Verkehrssituationen, wie Maut oder wo man  mit einem 11m-Hänger am besten Etappe machen kann, im Vorfeld abgeklärt. So habe ich zB ein Hotel in Karlsbad (ca 150 km hinter der Deutsch-tschechischen Grenze) wieder storniert, da die obligatorische Anreise vor 17:00 am Freitag einfach nicht zu machen war, alles in allem eine Menge Arbeit.

Aber am Donnerstag morgen haben wir dennoch den Countdown gestartet und schließlich am Freitag den Hänger mit vereinten Kräften aus der Halle gezogen, was angesichts verschneiten Vorfeld nicht einfach war. Lenny  macht den Check der Beleuchtung am Hänger – OK – dann Clubheim abschließen, einsteigen und los. 14:55 ist es nun. Die teilweise vereiste Holzer Straße war sofort die erste Herausforderung, die es zu meistern galt. Lenny hat die Mail „…zero…Zündung!“ wohlweislich auch erst dann abgesetzt als wir sicher auf der Hauptstraße waren, das wäre uns doch zu peinlich gewesen, wenn es anders gekommen wäre und hier schon gekracht hätte. Es geht in Richtung A4 Olpe weiter auf die 45 Richtung Erlangen, wo wir im B&B-Hotel Etappe machen wollen. Wir wechseln nach 2,5 Std das erste Mal, und Lenny fährt zum ersten Mal Hänger und er macht es gut. Der Plan, Freitag Nachmittag nach dem üblichen Stau in den klassischen Regionen wie Frankfurt zu ohne Verzögerung zu passieren geht auf und um 19:22 sind wir am Hotel und checken ein. Gebucht sind zwei Einzelbetten, geliefert wurden zwei Matratzen in einem Doppelbett. Wir ignorieren diesen Umstand jedoch.

Den dringenden Hunger bekämpfen wir Hotel „Tennenhof“, Lenny mit Schnitzel, ich mit „strammen Max“, dazu das von der erfolgreichen Erlanger Band „JBO“ viel besungene „Kitzmann Bier“ : Lecker! Die Stimmung ist gut und wir sind zuversichtlich, obwohl wir wissen, dass morgen der härteste Tag der Reise ansteht.

Da ich in Reichweite von Lenny liege, bekomme ich Nachts Schläge von Lenny, wenn ich schnarche. Ich beschließe gnädig zu sein, noch…..

Samstag, 07:30: Wir sind die ersten am Frühstücksbuffet und um 08:00 am Wagen. Es sind Minustemperaturen bei Sonnenschein, das Auto ist zugefroren. Deshalb hatte ich die Lötlampe, die für den Fall, dass ich die Fahrertüre, wie am Freitag morgen nicht aufkriege, vorsorglich im Hotelzimmer gelagert, im zugefrorenen Auto nützt sie ja nichts. Aber wir kommen ohne zum äußersten greifen zu müssen ins Auto, allerdings bleibt das Türschloss vereist, so dass wir x-mal die Fahrertüre vom Beifahrersitz öffnen müssen. Wir haben Spaß mit den Fritten, die sich Lenny im Tennenhof in eine Plastikschüssel hat einpacken lassen und spielen damit Ice-curling auf dem vereisten Peugeotdach. Der Ehrgeiz in ihm verlangt danach, dass er das Gespann Rückwärts aus der engen Parkbucht und Hotelzufahrt rangieren will, was Lenny auch souverän gelingt. Meine Befürchtungen, dass sein Ego in den Himmel wächst sind allerdings auch berechtigt 😉 Um 8:25 sind wir wieder unterwegs in der Winterlandschaft in Richtung Tschechischer Grenze. Wir kaufen noch in Deutschland eine Mautvignette und hören das Eifelkrimi Hörspiel weiter. Zwischendurch legt Lenny aber auch ein paar Arien von Pavaroti auf und zusammen mit der ihm eigenen, leicht besserwisserischen Tendenz und der Tatsache, dass er mit Handschuhen am Steuer sitzt lässt mich sagen: „man bist Du Börne“ und so frotzeln wir eine Weile im possenspielerischer Weise wie im Münsteraner Tatort – Lenny alias KF Börne, ich als Thiel, nur nicht ganz so dick. Um 11:00 Fahrerwechsel an einer Tankstelle, wo wir in tschechischen Kronen zahlen sollen. Eine Zahlung in Euro ginge zu 1:24, aber ich kannte ja den realen Kurs zu 1:39;  ein deutlicher Unterschied, also kam nur Kartenzahlung in Frage. Niemand sprach Englisch und unser Hotdog bestellten wir im Drauf-zeigen-Modus.

So gegen Mittag passieren wir Prag, danach wird die Autobahn „welliger“. Derart, das wir ein tolles Tremolo in jeder Stimmlage hinkriegen, weil die Vibrationen des Gespanns unser Vibrato unterstützen, was wir Jule während eines Anrufes ihrerseits vorführen. Aber leider wird das im großen und ganzem mit jedem Kilometer nach Osten Schlimmer. Die Autobahn wird so, dass man das Gefühl hat über Schienen zu fahren – Lenny wird fast schlecht, ich mache mir Sorgen um mein armes Fahrwerk. Hinter Brünn ist die Autobahn irgendwann zu Ende, dadurch werden die Straßen aber nicht besser, eher im Gegenteil. Erst jetzt, ca 230 km  vor dem Ziel realisiere ich, dass der Rest nur noch Landstraße ist. Allerdings kalkuliert das Navi diesen Umstand mit ein und wir können sehr genau abschätzen, dass wir gegen 18:00 in Prievidza sein werden und informieren Ivan von Aeropaint. Die Gegend ist relativ dünn besiedelt, teilweise sind die Häuser ärmlich, aber meistens sind sie wie bei uns auch. Mir gefällt die riesige, gemalte, fotorealistische Fassadenwerbung, die man sehr häufig sieht. Ich weiß wie aufwendig das ist und denke mir dass die Tschechen anscheinend Malerei mögen.

Als es gegen 16:00 zu dämmern beginnt, sehen wir in der Ferne vor uns das Grenzgebirge. Deshalb sind ja die Schneeketten an Bord. Ich bin Jörg dankbar, dass wir im Vorfeld der Reise über das historische Böhmen & Mähren korrespondierten. In meiner Repiste auf seine Andeutung „dass das Reichsprotektorat B&M ja in meine „Hitlerjugend“ fiele, kontere ich dass seine Jugend in der K&K Zeit stattfand. Um auf jeden Fall historische korrekt zu sein, fand ich bei meinen Recherchen heraus, dass es hier ein beachtliches Mittelgebirge gibt. Das Javorník-Gebirge als Teil der Westkarpaten hat den höchsten Gipfel mit 1091m. Da müssen wir drüber und dann sind es noch 80 km. Wir fahren vorsichtig, können einen Crash mit einem kapitalen Zwölfender verhindern. Allerdings fragen wir uns warum der Blinker schneller blinkt als gewöhnlich, was aus meiner Erfahrung ein Zeichen für Kontaktfehler ist. Angehalten, Check, aber alles ist OK. Wir fahren weiter, aber das Phänomen kommt wieder und dann fangen die Autos hinter uns an zu licht-hupen. Es dämmert mir: Durch die ewigen Vibrationen ist der Anhängerstecker aus der Steckdose gefallen. So war es und während ich das behebe, verblüfft Lenny die anderen Autofahrer, die freundlich anhalten mit seinem Russisch (Börne!). Auf Slowakischer Seite gibt es Geschwindigkeitskontrollen ohne Ende und wir halten uns dran. Wir kommen in Prievizda an und finden nach einigen Schwierigkeiten dank Lenny schließlich Aeropaint und werden sehr freundlich von Ivan und Martin begrüßt. Vor den Werkstatttoren ist eine dicke Eisschicht, von den Niederschlägen vom letzten  Wochenende herrührend, was uns seinerzeit ja bewog, die Tour abzusagen. Wir holen die 21 aus dem Hänger und Ivan und Martin begutachten unseren Vogel. In der Halle stehen neben zwei weiteren zu schleifenden Flugzeugen eine frisch lackierte 21 aus Aahlen, sieht sehr gut aus. Wir regeln die Formalitäten und sind begeistert von den Gestaltungsmöglichkeiten die die Firma hinsichtlich Wingtips, Nase und ASK 21-Logo anbietet. Dann muss die 21 wieder in den Hänger und denselben schieben wir schlitternd über den Hof, damit er nicht im Weg steht. Gegen 20:30 treten wir den Rückweg an, halten am östlichsten Dönerladen (18° 37′ O) meines Lebens, da wir nicht damit rechnen können nach Mitternacht in Prag noch warm essen zu können, wenn überhaupt. Tanken müssen wir auch und den Luftdruck hinten reduzieren, was mir aber erst später einfällt. Lenny setzt die Mail „der Adler ist gelandet“, die das Erreichen unseres Missionsziels verkündet, ab. Zur Übermittlung der Tonbotschaft: “ It’s just a little step for a man, but a huge leap for Luftsportverein“ fehlt uns dann doch das letzte Quäntchen Energie.

Dann gehts wieder über das Javorník-Gebirge und haben wieder einen Wildwechsel an fast der selben Stelle. Obwohl wir schon über 700 km auf den Buckel haben fährt es sich so viel angenehmer ohne Hänger, die Straßen sind auch leichter zu ertragen. Wir wechseln spätestens alle zwei Stunden, hören Krimi und erreichen das B&B-Hotel in Prag um kurz nach Mitternacht. Lenny checkt ein während ich mit dem Auto draußen warte. Dann gehts in die Tiefgarage und ich muss noch eine letzte Bewährungsprobe bestehen, weil die sch…s-f…cking-k…ck Tiefgarage mit Pfeilern total verbaut ist und ich vier Versuche brauche, um die Kiste abzustellen. Lenny verbietet mir den Pfeiler zu sprengen.

Nach dem Auspacken checkt Lenny dass im Hilton gegenüber noch die Lounge auf ist und wir gehen hin. Wir lassen uns von dem schnöden Mammon, den es im Hilton zu Hauff gibt, nicht beeindrucken und betreten die Bar im obersten Stockwerk, wo sich die Jungen, Schönen und Reichen ein Stelldichein geben. Lenny vereint am ehesten von uns alle beiden alle drei Eigenschaften am ausgewogensten auf sich, so fallen wir auch gar nicht auf und genießen den Blick durch das Panoramafenster auf die Moldau, ignorieren das Technogestampfe und sinnieren darüber ob Bedřich Smetana die „Moldau“ auch in Dur hätte komponieren können, ohne dass es nach „Alle-meine-Entchen“ klingen würde. Nach zwei Bier gehen wir, zunächst auf die Moldaubrücke und dann um 02:30 ins Bett, nachdem wir die ins Auge gefasste Sightseeingtour am nächsten Morgen zu Gunsten verlängerter Nachtruhe gecancelt haben.

Ich habe vergessen, die zu einem Bett zusammengestellten Einzelbetten auseinander zuziehen, das rächt sich jetzt: ich bekomme Schläge…

Am Sonntagmorgen klingelt um neun mein Wecker, Lenny hat bereits die Morgentoilette hinter sich und macht nun seine Yoga-Übungen, während ich mich meinerseits ins Bad begebe. Danach gehts zum Frühstück mit Prager Spezialitäten, uns schmeckt es. Lenny bringt dabei via Google in Erfahrung, dass der Supermarkt um die Ecke Sonntags geöffnet hat, so dass er das für die Freunde versprochenen hochprozentigen Prager Spezialitäten auch tatsächlich kaufen kann. Wir bringen also unser Gepäck zum Auto und gehen shoppen, wobei ich draußen bleibe und mit Sylvia telefoniere. Dabei schaue ich mir die Straßenzeile mit Patrizierhäusern an. Gegenüber fällt ein marodes kleineres Haus aus der Reihe Es ist dunkel, hat kaputte Fenstern. Ich denke mir, dass darin Kafkas Verwandlung des Gregor Samsa stattgefunden hat, oder aber: Das Herrenhaus von ehedem ist nach kafkaesker Verwandlung nun die Kakerlake in mitten der Häuserfamilie.

Lenny kommt aus dem Laden, den Arm voller Flaschen. Uns kommen Bauarbeiter entgegen, die ziemlich lüstern auf Lennys „Oberweite“ starren. Wir gehen in die Tiefgarage, ich versuche herauszufinden auf welche wundersame Weise wohl das Garagentor auf geht – eine Schranke und Parkticket gibt es ja nicht. Ich würde mir zu viel um alles Gedanken machen meint Lenny. „Ich denke, also bin ich“ entgegne ich, und in diesem Fall bin ich hier bzw dort, weil ich auf dieser Reise wenig dem Zufall überlasse, ich sag nur Lötlampe 😉

Draußen vor dem Tor geben wir „zum Heimatort fahren“ ins Navi ein und lassen uns über die Moldaubrücke hinaus aus der Stadt führen – prognostizierte Ankunftszeit: 16:45. Später erst fällt mir auf dass wir über Dresden heim ins Reich fahren, die Wahl der Route habe ich zwar nicht dem Zufall überlassen, aber immerhin dem Navi. So lerne ich dann mal Sachsen und Thüringen kennen. Lange vorher jedoch kommen wir überraschend an Austerlitz vorbei, wo Napoleon seinen genialsten Sieg errungen hatte. Wir nähern uns der tschechischen Seite des Erzgebirges und malen uns aus wie uns der Verein nach erfolgreicher Rückkehr mit Füße-küssen, Körperpflegerinnen und Konfettiparade empfängt und haben keinen Zweifel an unseren Verdienst; nur dass man den Tag nicht vor den Abend loben soll hält uns auf den Teppich. Lenny zückt den Joghurt und einen Löffel, den er im Hotel geklaut hat und triumphiert stolz über seine Beute, ich kommentiere mit einem nicht jugendfreien Statement, den ich hier nicht wiederhole.

Auf der anderen Seite des Erzgebirges fällt mir ein dass hier einst ein Bäuerlein den Kopf gen Himmel schauend das Phänomen der Lentikulariswolke erkannte, weshalb ein Hochleistungssegelflieger der 30er Jahre nach ihm benannt wurde: die Moazagotl. Wir hatten mal die davon abgewandelte Minimoa im Verein. Von den katastrophalen Schneefällen, die hier letzte Woche angeblich runter gekommen sein sollen ist aber nichts zu sehen, überall scheint grün durch. Klarer Fall von: Lügenpresse, Lügenpresse…..

Wir passieren Sachsen und ich kann mich leider nicht der Assoziationen erwehren, die die Ortsnamen in Verbindung mit dem NSU in mir auslöst. Wir kommen auch an Buchenwald vorbei. In der Mittagspause kann ich an einer Tanke nicht den leckeren sächsischen „Schweinereien“ widerstehen, schwanke zwischen Leberkäse in Semmel oder Spiegelei mit Speck in Semmel. Es wird das Eierbrötchen, ich bin mit Sachsen versöhnt.

Von weitem sehe ich die Wartburg, Luthers Exil; Jena und Zeiss, Gotha und seinem Platz in der Geschichte des deutschen Flugzeugbaus. Ich bin müde, nicke weg, verpasse ein Teil des Eifelkrimis und die komplette A5. Ich wache vor Wetzlahr auf – Lenny grinst. Ich hätte geschlafen und geschnarcht. Keine Schläge frage ich mich, ist jetzt das Atmen erlaubt?

Im weiteren Verlauf müssen wir auf Autoatlas umschalten, da die Autobahnauffahrt zur A45 Richtung Dortmund gesperrt ist und das Navi trotz Aktualisierung nicht im Bilde ist. Infrastrukturell wird Deutschland immer mehr zur Bananenrepublik. Schließlich biegen wir beim Autobahnkreuz Wenden auf die A4, der untergehenden Sonne entgegen. Lenny fährt immer noch und genießt den Peugeot, ich genieße das Licht und die Farben. Dann, als Lenny mir eröffnet, dass wir nicht direkt nach Overath durchfahren können, weil wir vorher noch zum Flugplatz müssten, da er dort noch Sachen deponiert hatte, weswegen ich Schnappatmung bekomme, klingelt sein Handy, sein Vater ruft an. Ich nehme ab und sage: „Hallo, hier bei Strenge“. Glucksen am anderen Ende der Leitung, Überraschung darüber, dass wir schon auf der Zielgeraden sind und er – oh Schreck- noch auf Familienbesuch und dass er Sohnemann nicht abholen könne. „Das macht nichts“ sage ich, “ ich werde Sohnemann schon nach Hause bringen, ihn aber ein bisschen „würgen“. Ich erkläre Vater Strenge dass ich ihn liebevoll würgen werde, da sein Gepäck im Clubheim durchaus noch Platz im Auto gehabt hätte und der Abstecher nach Lindlar vollkommen überflüssig war. Vater Strenge lacht hörbar. Sohn protestiert, da Vater meinem Vorhaben bezüglich des Würgegriffes offenbar zustimmt.

In Lindlar am Flugplatz erwarten uns keine Füsseküsser, Körperpflegerinnen und Konfettiparaden. „Nur“ Pockmo kam uns entgegen, Max und Ina, die mit Töchterchen Schlitten fuhren, sind auch schon weg. Aber der Vollmond steht niedrig am violetten Abendhimmel neben dem Windsack, oder da wo er wäre, wenn es Sommer wäre. Es bleibt also nur noch das Trennen des Mülls, der sich in den zwei Tagen in einer Tüte angesammelt hat, doch die Deckel der Tonnen sind fest gefroren. In einer konzertierten Aktion aus Handkantenschlag (Lenny) und Lötlampe (ich) knacken wir die Dose. Nachdem wir also auch noch den Planeten gerettet haben, nehmen wir das allerletzte Wegstück in Angriff. Bei Lenny angekommen, verabschieden wir uns herzlich und ich fahre zurück über Hohlkeppel und habe ein wunderschönes Abendrot über die winterliche Rheinebene. Zuhause erwartet mich ein glücklicher Hund und meine liebe Frau…

Danke euch beiden für die Tour!

1000 Flüge später…

… ist dann auch die Flugsaison 2018 Geschichte und der Windsack abgebaut und wetterfest eingepackt. Doch aufgrund vieler Stunden in der Luft, langer Grillabende und sportlicher Erfolge schaut der Luftsportverein (LSV) Lindlar zufrieden auf seine vergangene Flugsaison zurück. Mittlerweile ist nämlich der Flugbetrieb auf der Bergischen Rhön zum Erliegen gekommen und die Flugzeuge werden in den vereinseigenen Werkstätten fachgerecht gewartet. Vorangegangen war eine für die Lindlarer Flieger durchaus erfolgreiche Saison. So konnten besonders viele Flugschüler erhebliche Fortschritte in ihrer Ausbildung machen, sogar Podiumsplätze bei Wettbewerben waren dabei. Auch ermöglichte der lange sonnenreiche Herbst einige eindrucksvolle Flüge über einer farbenreichen Landschaft, Eindrücke an denen die Pilotinnen und Piloten jetzt in den Wintermonaten zehren. Einmalig war auch in diesem Herbst auch ein meteorologische Phänomen welches von Lindlar aus das sogenannte Wellenfliegen ermöglichte. Hierbei entsteht der Aufwind nichtmehr durch das Aufsteigen warmer Luft (daran mangelt es im Herbst) sondern durch eine laminare Luftströmung die für die Jahreszeit unüblich hohe Flughöhen ermöglichte. Die neue Flugsaison fängt voraussichtlich im April an, bis dahin steht nicht nur die Wartung auf dem Programm, sondern auch der Theorieunterricht für die Flugschüler. 

Es ist auch sonst noch viel zu tun, so wird zum Beispiel in den Wintermonaten unsere ASK21 lackiert. Danke an alle die über eine Spende an unser Crowdfunding die Kosten für die Verein abgefedert haben! Dieses läuft übrigens noch bis zum 5.12., gespendet werden kann hier: https://volksbank-berg.viele-schaffen-mehr.de/segelfliegenlindlar/Supports_2/